Germanisches Mantra
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Die Germanen gaben ihr gesamtes Wissen in gesprochenen Worten und Liedern weiter. Daher gibt es sehr wenige Originaltexte aus jener Zeit. Die beiden als Merseburger Zaubersprüche bekannten Texte wurden glücklicherweise  von einem Schreiber vor mehr als 1.000 Jahren festgehalten.

Eiris sazun idisi, ein Germanisches Mantra des Loslassens, der Befreiung aus den Fesseln der Feinde. Heute würden wir sagen, aus unseren eigenen Fesseln und Gewohnheiten, von alten Mustern, Blockaden und vielen anderen Verhaftungen.

Germanisches Mantra

Eiris sazun idisi,                             Einst saßen Frauen,
sazun hera duoder.                        
setzten sich neben die Krieger hierhin und dorthin.
suma hapt heptidun,                      
einige banden Fesseln,
suma heri lezidun,                         
einige hielten das Heer auf,
suma clubodun, umbi cuoniovidi:    
einige lösten ringsumher die Fesseln:
insprinc habtbandun,inuar uigandun
.entspringe dem Fesselband, entflieh den Feinden.

 YouTube Video                                       

                                        

Germanische Schutzgöttinen (idisen)
setzten sich an verschiedenen Orten zu den Gefangenen nieder. Sie lösten nicht einfach allen die Fesseln, sondern nahmen wahr, was jeder zu seiner wirklichen Befreiung benötigte. Manchen banden sie dabei die Fesseln sogar noch enger, für manche hielten sie das Heer auf, um Zeit zu gewinnen, einigen brauchten sie nur die Fesseln zu lösen.

Mit diesen wenigen Worten aus dem kriegerischen Alltag der Germanen, wird eine Betrachtung des Lebens nach dem Prinzip der Polarität (positiv-neutral-negativ) wiedergegeben, wie sie bereits in der hermetischen Philosophie des alten Ägyptens (Kybalion) zu finden ist.

Wichtig für uns ist, wie bei allen Mantren und anderen alten Texten, dass sich die Bedeutung nicht sofort beim Lesen der einfachen Übersetzung erschließt. Wir müssen  diese Worte laut aussprechen, oder singen. Erst dann öffnet sich nach und nach
ein Raum, mit dem wir jenseits unseres alltäglichen Verstandes, in Resonanz gehen können. Hier gibt es archaische Bilder und Gefühle, die jeder von uns, unabhängig von seinem zeit geistigen oder kulturellen Hintergrund, versteht.








Jürgen Blottner
und ein alter Freund im Rhöner Nebelwald